"Seit über einem Jahr reise ich durch Deutschlands Peripherien. Ich habe einen verwahrlosten Tierpark in Bayern besucht, in dem befreite Strauße ihr Gnadenbrot bekommen, bin in Nordhessen mit dem Kirmesbär umher gezogen, der an jeder Haustür Schnaps trinken muss, und habe Pilger in Heroldbach beim Kreuzweg begleitet. Hinterland ist eine sehr persönliche Arbeit, es geht mir dabei um das Gefühl das ich habe, wenn ich die Stadt verlasse. Und um die Geschichten, die auf Deutschlands Hinterbühnen spielen"
Der Kölner Fotograf und Publizist Sebastian Pranz(*1979) musste erst in die Stadt ziehen um die Faszination zu spüren, die von Deutschlands Hinterland ausgeht. Auf seinen Überlandfahrten fühlt er sich vor allem von den Nebenschauplätzen angezogen: Von Orten, die ruhig und eingefroren wirken, aber immer einen doppelten Boden haben, von Spannungsfeldern zwischen verschwindenden Ritualen und der Suche nach neuen Formen. Seine Arbeit versteht sich als „Streetphotography auf dem Lande“, ersetzt aber den hektischen Blick der urbanen Fotografie durch das behäbige Starren einer analogen Mittelformatkamera.












